Chlausreiten Bülach 2010

Nachdem wir noch einmal an den Trainingstagen vom KV Bülach teilgenommen hatten, fällte ich den Entschluss, mich mit meinen Mulis dem Wettbewerb mit anderen Equiden zu stellen. Mit Mira wollte ich in der Kombi L (Bodenarbeit und Trail) starten und mit Fridolin an der Bodenarbeit L.  Schlussendlich kam es dann trotzdem zu einem Kampf in der Bodenarbeit L zwischen den beiden Mulis. Über verschiedene Umwege bekamen wir zwei Startplätze unmittelbar nacheinander. Ich konnte mich nicht aufteilen und Jon wollte nicht so recht. Deshalb suchte ich ein „Opfer“, das Mira durch den Parcours begleiten wollte. Ich wurde fündig.

Einige Tage vor der Veranstaltung bekamen meine Kollegin und mein grosses Muli noch ein kurzes, aber heftiges Intensivtraining auf dem Reitplätzli- bei herrlichstem Schneefall. Die beiden schienen einander zu mögen und bewegten sich über und neben Stangen durch, über Plastik, an Ballonen vorbei, rückwärts, seitwärts, schnell und langsam.

Auf dem Hinweg in den Stall schleuderten wir noch schnell im Reiterstübli der Reithalle vorbei, um den Parcoursplan zu holen. Eventuell hätten wir so nämlich noch die Chance, vor dem Verladen  ein ultraknappes und allerletztes Training einzuschalten… 🙂 Das Training bestand dann hauptsächlich aus Rennen und Gebocke auf dem Reitplatz.

Auf dem Gelände der Reithalle angekommen musste besonders Fridolin seine Nase überall hinein stecken. Da ein Pony, das spannend riecht, dort eine sogenannte Kontaktanzeige (grosser, brauner Haufen), und hier wieder ein paar Gräser, die unter dem Schnee hervor guckten.

Ziemlich schnell war unsere Parcourszeit schon da. Ich war mit Fridolin zuerst dran. Er startete fulminant und behielt sein Tempo bei. Wir hibbelten und zappelten uns durch den Parcours. Der Teich, eine Art grosser Plasikdeckel, musste mit den Vorderbeinen betreten werden. Das ging gut und schnell. Auch durch die Schlangengrube (ganz viele Schwimmnudeln) marschierte er unbeeindruckt. Antraben und der Sprung klappten tadellos, hingegen das Bremsen nachher weniger. Seitwärts und Rückwärts behagten dem kleinen Langohr nicht so. Er war stark damit beschäftigt, die Parcourshelferinnen zu bezirzen. Dass Fridolin sich mit einem Besen nicht so gerne berühren lässt – besonders auf der rechten Seite – das war nicht neu für mich. Er stand aber seinen Mann und blieb mit seinen vier Beinen in der näheren Umgebung des Stangenvierecks. Todesmutig stürzte er sich nachher an den brennenden Wunderkerzen vorbei. Den erlaubten Bremsweg verlängerte er mindestens um das Doppelte. Sofort umkehren, das Feuerchen anstarren und hoffen, dass es verschwindet- das ist eine gute Überlebensstrategie, schien sich Fridolin zu denken. Das Podest nahm Fridolin im Vorbeigehen- ich musste ihn daran hindern, es mit allen 4 Beinchen zu besteigen. Beim letzten Posten war ein WC-Papier-Band, das zwischen zwei Springständern gespannt war,  zu zerstören. An und für sich ein Fall für Fridolin (Halfter, Stricke und Zügel sind beliebte Übungsobjekte). Er wusste wohl nicht so genau, was ich da von ihm verlangte. Weil Fridolin so mutig ist, sprang er beherzt über das Band- ohne Fehler, das Band blieb unversehrt!

Wir hatten nach unserem Start schön Zeit, Mira und meiner Kollegin bei den letzten Posten zuzuschauen. Sie machte es mit der für sie typischen Eleganz. Elegant übersprang sie das WC-Papier-Band (mein Muli hätte wahrscheinlich Talent fürs Steigen, wenn nicht sogar für die Levade!!). Da Mira aber prinzipiell ihre Hinterbeine über einem Sprung vergisst, schaffte sie es auf diese Art und Weise, das Band zu zerreissen.

Fridolin und ich wurden 18. von 28. Teilnehmern – ein achtbares Resultat, mit dem ich zufrieden bin. Mira wurde supergute 5. – was sie auch ihrer tollen Führperson zu verdanken hat! Als Preis bekamen alle Teilnehmer eine lässige Putztasche, die mit dem Namen des Pferdes bedruckt war.

Bilder gibt’s leider von diesem Anlass nicht- mein Hausfotograf war nicht abkömmlich, da er als Zwergenbändiger engagiert war… 🙂

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