Schaumgummi, Plastikfässer, Regenschirme

… und anderes Zeug wurde am 2./3. Oktober in der Reithalle in Bülach anlässlich der Bodenarbeits-Trainingstage verteilt. Jon und ich haben registriert, dass wir mit den Mulis in der Schweiz irgendwie flexibler sind, was solche Veranstaltungen angeht. Gibt’s so was im tiefsten Süden des Schwarzwaldes nicht oder haben wir’s nicht mitbekommen? Egal und wie auch immer. In Bülach werden die Bodenarbeitstage nämlich von Eva Karrer organisiert und geleitet. Sie ist die Reiterin, welche mich und andere beim Jubiläum der IG Maultier im Sommer 09 mit ihrer Vorführung mit Muli Emma aus den Socken gehauen hat! Feines Reiten, motiviertes Muli, harmonische Vorstellung, jawoll, das war’s! Nun freuten wir uns also auf das Training mit Eva.

So standen wir also pünktlich um 11.55 Uhr auf dem Platz. Das genügte noch wunderbar, um Mira die letzten Dreckklumpen vom Kopf zu entfernen. Mit einer Umfahrung und daraus resultierendem Umweg und Mira auf der untersten und hintersten Weide hatten wir nicht gerechnet und  hatten darum ein wenig Probleme mit unserem Zeitmanagement. Aber es ging schön auf und beim Eingang hatte ich sogar noch Zeit um endlich einmal Gipsy, das Jööö-Shettymuli aus Rümikon von Nahem zu betrachten! Fridolin schien sehr interessiert an dieser Dame, doch leider waren wir nicht in der gleichen Gruppe.

Während den nächsten 1 1/2 Stunden durften wir uns nun in diesem tollen Parcours vergnügen.  Jon liess sich Einiges von Fridolin zeigen. Ähem, nein, das war umgekehrt! Jon arbeitete super mit dem Kleinen, liess ihm viel Zeit und lobte den kleinsten Ansatz in die richtige Richtung. Fridolin ging über die Plane, stellte seine Beine auf einen Plastikdeckel, ging über Teppiche, Brücken und Stangen, hüpfte über Fässer und kraxelte auf das Podest. Einige Aufgaben verlangten viel von ihm, denn eigentlich ist er ein kleiner Schisshase und nicht unbedingt ein grosser Showman. 😉

Auch Mira war motiviert und hatte Spass an den Hindernissen. Zwar berührte sie  im Trab über die knifflige Cavaletti-Stangen-Fässer-Kombination mit ihren Hinterhaxen ab und zu Holz- bei den anderen tönte es aber etwa doppelt so laut! Ein wenig länger brauchte sie auch beim Tor. Wenn das Törchen ihrer Flanke zu nahe kam, musste sie anfangs etwas ausweichen. Aber mit der Taktik Annäherung und Rückzug schafften wir es auch. Ebenso knifflig war das Rückwärts durch den Flattervorhang. Nicht erstaunlich, nachdem Eva ganz gut erklärt hatte, dass etwas von vorne akzeptieren noch gar nicht heisst, dass es auf der linken oder rechten Seite oder von hinten akzeptiert wird. Alle 5 Zonen, würde Herr Parelli wohl sagen.

Beim Flattervorhang half Mira klein Fridolin ein wenig, sodass er sich nicht ganz so fest fürchten musste. Immerhin berührte er die Plastikstreifen mit seinem Näschen.

Den Schaumgummikern einer Kindermatratze fanden beide Mulis äusserst suspekt. Nachgiebiger Untergrund- sprich Schlamm- haben beide gar nicht gerne. Fridolin nahm all seinen Mut zusammen und liess sein Vorderfüsschen auf dem Schaumgummi stehen. Gutzi! Bei Mira war wirklich eindrücklich zu beobachten, wie sie selber nach einer Lösung gesucht hat. Sie hat ausprobiert, weil sie wusste, dass es für das richtige Verhalten ein Gutzi gibt. Es ging nicht lange und sie schaffte es, mit allen vier Beinen auf dem Schaumgummi zu stehen. Super!

Das Podest war riesig, aber Mira musste ihre Beinchen ganz nahe zueinander stellen- es soll ja imposant wirken! Sie wollte kaum runter von dem Ding… Dabei wollte ich noch einen tollen Spaziergang mit ihr machen, einen mit einem Passagier oben drauf. Der Passagier war ein quietschgrünes Krokodil, aus Plastik und mit Luft gefüllt. Das fand Mira zum Gähnen (hmmm, warum hab ich den nicht hinter mir nachgeschleppt- das wär bestimmt spannender geworden!). Die Unterlippe zitterte, die Augen waren halb geschlossen und das Hinterbein angewinkelt, als ich Mira mit der Knisterfolie einpackte…Zum Schluss stellten wir mit einigen Überredungskünsten und Leckerli den Fridolin noch dazu. Ich hielt die Folie in die Höhe und Jon fragte den Fridolin, ob er nicht einen Schritt vorwärts machen könne. Ein tolles Bild, wie die beiden Mulis da gemeinsam unter einer Decke steckten!

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